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Die Warendorfer Initiative „für Toleranz und Zivilcourage und gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Radikalismus und Antisemitismus“ ruft in diesen Tagen mit einigen großen Plakaten an Ausfallstraßen Warendorfs unter dem Motto „Gemeinsam hinschauen – gemeinsam etwas tun!“ zu Einsatzbereitschaft und Engagement auf. Die Initiatoren stellen dazu fest: „Wir dürfen Unrecht nicht zulassen. Jeder von uns muss Augen und Ohren öffnen und Mut zeigen, um gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Radikalismus und Rassismus vorgehen zu können. Wenn wir zum Beispiel Gewalt wahrnehmen und wegschauen, verbreitet sich Gewalt. Wenn wir Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit erleben und wegsehen oder weghören, verbreiten sich in starkem Maße Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit schaffen ein Klima sozialer Kälte und Gleichgültigkeit, eine Welt der Rücksichtslosigkeit und eines umgebremsten Egoismus. Unter anderem bei bekannt gewordenen Gewalttaten an Schulen sollen Lehrer bewusst weggesehen haben. Sie taten dies sicher nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst oder aus Gleichgültigkeit oder weil sie bei einem früheren Eingreifen allein gelassen wurden, Ärger mit den Eltern hatten, möglicherweise auch mit der Schulaufsicht. Wir dürfen nicht wegsehen. Wenn wir wegschauen, führen wir alle einen Zustand in unserer Gesellschaft herbei, den wir eigentlich bekämpfen müssen. Weil viele aus Angst vor Ärger und Unannehmlichkeiten zu häufig einvernehmlich, gemeinschaftlich, gewissermaßen organisiert wegsehen, bestimmen vielfach einige wenige rücksichtslose, gewaltbereite Egoisten den Umgang der Menschen untereinander. So dürfen wir uns nicht wundern, wenn gesunde Menschen in Bussen oder Zügen sitzen bleiben und gleichgültig mit ansehen, wie alte oder gebrechliche Fahrgäste stehen müssen. Wir nehmen heute wie selbstverständlich die Sporttaschen mit in die Sporthalle, weil wir damit rechnen müssen, dass sie andernfalls gestohlen oder wesentlicher Inhalte beraubt würden. Wir sehen viel zu häufig kommentarlos zu, wie Abfall auf Straßen und Anlagen geworfen und Häuser beschmiert werden. Ferner gehen viele abends überhaupt nicht oder nur sehr ungern über unbeleuchtete Wege und Plätze, weil sie die Möglichkeit, mit Alkoholisierten oder Gewalttätigen zusammenzustoßen, einkalkulieren müssen. Und gerade dadurch, dass wir dies alles sehen, aber noch viel zu oft wegschauen, akzeptieren wir letztlich diese Zustände und machen sie zu einem Bestandteil unseres Alltags. Wir müssen wieder verstärkt hinsehen, wir müssen konsequent werden, Stellung beziehen. Wenn wir einen rassistischen Witz hören und nicht darüber lachen, hat dies Auswirkungen. Ein Witz, über den niemand zu lachen bereit ist, wird nicht erzählt. Wenn ein Trainer einen Sportler, der in der Kabine rassistische, fremdenfeindliche Äußerungen macht, auffordert, sich wieder anzuziehen, spielt dieser nicht mit. Wenn wir bei Schmierereien oder Gewalt die Polizei rufen, werden Gewalt an Personen und Sachen abnehmen. Wenn wir hinschauen und nicht wegsehen, entwickelt sich ein geschärftes Bewusstsein und jedenfalls hier bei uns in Warendorf über kurz und lang zwar nicht das Paradies, zumindest aber eine etwas bessere Welt.“ |